Erster Seminartag „Macht der Musik“ – Thema: Charismatik, Mystik und Ökumene

Drei Vorträge vom 4. Oktober 2015 in der Adventgemeinde Mannheim.
Mit Olaf Schröer, Gerhard Erbes und Christopher Kramp.

Die Seminartage „Macht der Musik“ möchten zu den Chancen und Gefahren von Musik Orientierungshilfe aus wissenschaftlicher, historischer und biblischer Sicht geben. Gleichzeitig ist das Ziel, aktuelle Entwicklungen in der Adventgemeinde in diesem Bereich zu hinterfragen und auf Basis des inspirierten Wortes einzuordnen.

 

1. Olaf Schröer: Charismatik, Mystik, Willow Creek und Ökumene im Licht der biblischen Prophetie (1:07)


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Die Indiana-Zeltversammlung 1900 – Meilenstein der Adventgeschichte

Anmerkung: Alle Hervorhebungen in Zitaten wurden von der Autorin vorgenommen.

 

Abriss:

Die „Erweckungsversammlung“ in Muncie, Indiana (USA) im Jahr 1900 ging in die Adventgeschichte ein. Die dortigen falschen Lehren und Anbetungspraktiken wurden von der Leitung der Gemeinde entschieden abgelehnt. Interessanterweise wurde der Musikstil der Heilsarmee kopiert, der bekannt dafür war, populäre Musik mit christlichen Texten zu versehen. Ellen White warnte, dass diese Ereignisse sich kurz vor der Wiederkunft Christi wiederholen würden. Daher dient uns jenes Campmeeting als Mahnung. Wir leben bereits in einer Zeit, in der sich die Geschichte zu wiederholen beginnt.

Einleitung

Die Zeltversammlung in Muncie, Indiana, im Jahre 1900 ging in die Adventgeschichte ein. Grund waren besondere Vorkommnisse, die Ellen White und leitende Brüder aufhorchen ließen und die nicht nur mit Schrecken und großer Sorge zur Kenntnis genommen, sondern auch öffentlich als eine Strategie Satans bezeichnet bzw. entlarvt wurden.

Was geschah 1900 in Muncie (und bei anderen Versammlungen: Sullivan Camp Meeting im Juli, La Fayette Camp Meeting im August)? Zunächst war eine neue, unbiblische Lehre aufgekommen, die von einigen Predigern verbreitet wurde. Sie war Teil der sogenannten „Erweckungsbewegung“. Um die emotionale Wirkung der Aufrufe am Ende der Predigten zu verstärken, setzte man verschiedene Musikinstrumente ein. Man könnte auch von einer „Band“ sprechen. Unter dem Einfluss von Musik bzw. der Art und Weise, wie sie gespielt wurde, geriet die Zeltversammlung außer Kontrolle. Was wir heute als „charismatische Phänomene“ bezeichnen würden: Zittern, Schreien, Tanzen und andere Reaktionen, die an Massenhysterie erinnern, waren das alarmierende Ergebnis einer gefährlichen Mischung von einschleichender Irrlehre und ausschweifender Musik.

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Was ist charismatische Musik?

Ihre kulturgeschichtliche und ausdrucksbezogene Aufschlüsselung und ihre Bedeutung für die kirchliche Musik der Gegenwart

Für eilige Leser ist eine Zusammenfassung vorangestellt. Wer weitergehende Informationen wünscht, kann sie als Einstiegsorientierung nutzen oder gleich zur „ausführlichen Behandlung des Themas“ weiter unten springen.

 


 

1. Korinther 2,12-15 (Menge-Bibel)

12 Wir haben nun aber nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott stammt, um zu erkennen, was Gott uns aus Gnade geschenkt hat.

13 Und davon reden wir auch, nicht mit Worten, wie menschliche Weisheit sie lehrt, sondern mit solchen, wie der Geist sie eingibt, indem wir geistgewirkten Inhalt mit geistgewirkter Sprache verbinden.

14 Ein natürlicher Mensch freilich nimmt nichts an, was vom Geist Gottes kommt; denn es gilt ihm als Torheit, und er ist nicht imstande, es zu verstehen, weil es geistlich beurteilt werden will.

15 Der Geistesmensch dagegen beurteilt alles zutreffend, während er selbst von niemand zutreffend beurteilt wird.

 


 

Zusammenfassung des Themas:

Bei der Charismatik haben wir es mit zwei verschiedenen Herkunftsformen zu tun. Die erste wurde über die drei Jahrhunderte der Sklavenverschleppung von Westafrika nach Amerika vom „schwarzen Kontinent“ her geprägt. Die Auszugs-Region der Sklaven war von okkulten Naturreligionen bestimmt (und ist es weithin noch immer). Aufgrund dieses gewaltigen Exodus konnten sich durch die in der „Neuen Welt“ erzwungene Akkulturation (svw. Vermischung von Kulturen) verschiedene Formen des Afroamerikanismus herausbilden. Über die Christianisierung der Sklaven kam es zu religiösen sowie musikalischen Einflüssen, die auch in die europäische Christenheit eindrangen. Der Herkunft nach sind es vor allem Einflüsse des Animismus. Sie sind okkult bestimmt.

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Eine kurze Geschichte der Musik / Stellungnahme zum neuen Gemeindeliederbuch

Hinweis: Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich Quellenangaben auf Werke von Ellen G. White. Teilweise wurden Unterstreichungen hinzugefügt, damit der Leser Kernaussagen schneller findet.

 

Irgendwann vor mehr als 6000 Jahren. – Gott schafft Engel: mächtige und auch musikalische Wesen, die Gottes Befehle ausführen und ihn im himmlischen Gottesdienst durch Gesang anbeten. Chorleiter ist Luzifer, der höchste und talentierteste aller Engel1.

Einige Zeit darauf. – Eine Tragödie erschüttert den Himmel: Luzifer wird samt Anhängern wegen Hochverrats ausgestoßen.2 Sein musikalisches Genie nimmt er mit und ist entschlossen, es gegen Gott einzusetzen. Sein Geheimnis: „Er weiß, welche Organe [durch Musik] stimuliert werden müssen, um jemanden so anzuregen, zu fesseln und zu bezaubern, dass Christus unerwünscht ist“3.

~ 4000 v. Chr. – Gott schafft die Erde und den Menschen. Die Engel singen und jubeln vor Freude.4 Ihr Gesang ist harmonisch und wunderschön, voller Kraft und Dankbarkeit.5

~ 1450 v. Chr. Gott hat das Volk Israel aus dem Land seiner Knechtschaft befreit, die ägyptische Armee ist mitsamt dem letzten Mann im Roten Meer versunken. Aus dankbaren Herzen erschallt das älteste bekannte Lied der Menschheit.6

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Christian Berdahl: Sound Wars – Musik zwischen Licht und Finsternis

Dieses 6-teilige Seminar (englisch-deutsch) von 2013 bietet einen guten, umfassenden Überblick über das weite Spektrum heutiger Musikstile und ihre historische Entwicklung. Es gibt praktische Hilfen, wie ein Christ das auswählen kann, was sein Leben mit Gott bereichert und nicht behindert. Christian Berdahl (USA) hat eine frische, humorvolle und anschauliche Art, die besonders junge Leute anspricht, lässt aber gleichzeitig die geistliche Klarheit nie fehlen. Eine Menge Clips und Musikbeispiele. Zurzeit mit Sicherheit eines der besten Musikseminare.

Die Themen:
1. Die vier christlichen Cs (1:35)
2. Opus – nur nicht den Verstand verlieren (1:11)
3. Motiv – Signale an den Körper (1:20)
4. Es klang nicht immer so – eine musikalische Zeitreise (Teil 1) (1:44)
5. Es klang nicht immer so – eine musikalische Zeitreise (Teil 2) (1:42)
6. Serenade – Musik im Gottesdienst (1:26)

 

1. Die vier christlichen Cs (1:35)

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